Zu Gast in der Ewigen Stadt

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Das Kolosseum ist eines der beeindruckendsten Wahrzeichen von Rom.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, dachten wir uns trotz mehrerer Trips im Jahr 2016 und brachen im September nach Italien auf. So waren wir zuvor bereits in Norwegen, Dänemark und Texas gewesen. Der neuntägige Aufenthalt war in zwei Teile gesplittet. Erst schauten wir uns drei Tage lang die Ewige Stadt Rom an, danach ging es weiter in die Toskana, wo wir auf einem Bauernhof am Meer ausspannten.

Anreise mit dem Auto

Die Anreise erfolgte mit dem Auto, was – bis auf die kurze Fahrt zum Eco Hotel in Rom – auch total entspannt war. 14 Stunden benötigten wir für die 1.350 km. Selbst das Fahren in der hektischen Hauptstadt Italiens war nicht so schlimm war wie befürchtet. Dennoch waren wir froh, nicht ganz ins quirlige Zentrum fahren zu müssen. Zentral genug waren wir auch so untergebracht, denn diverse Haltestellen für öffentliche Verkehrsmittel lagen ebenso wie einige Restaurants ganz in der Nähe.

Am Puls der Geschichte

Zu Ehren von Papst Pius wurde dieses Denkmal errichtet.
Zu Ehren von Papst Pius wurde dieses Denkmal errichtet.

In Rom atmet man praktisch überall Geschichte. Im Zentrum rund um den Tiber befinden sich folgende Sehenswürdigkeiten, die wir am ersten Tag in Rom nacheinander abklapperten:

  1. Kolosseum und Forum Romanum
  2. Trevi-Brunnen
  3. Spanische Treppe
  4. San Giovanni in Laterano

Kommt mit uns auf eine virtuelle Rundreise durch das altehrwürdige Rom. An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis: Die Monate September und Oktober sind hervorragend für einen Städtetrip nach Rom geeignet. Denn dann ist es nicht mehr zu heiß (25 Grad) und die Touristenströme haben sich ein wenig reduziert. Nun aber auf nach Rom!

Kolosseum und Forum Romanum

Das Kolosseum in Rom ist das größte Amphitheater der Welt.
Das Kolosseum in Rom ist das größte Amphitheater der Welt.

Wusstet ihr, dass das Kolosseum ursprünglich Amphitheatrum Flavium hieß? Und dass es das größte je gebaute Amphitheater weltweit ist? Nicht? Ist ja auch vollkommen egal! All das und noch viel mehr erfahrt ihr ohnehin, wenn ihr vor Ort an einer Führung teilnehmt. Nur im Norden ist ein knapp 50 Meter hohes Fassadenteil im Originalzustand erhalten geblieben. Hier befindet sich auch der Haupteingang zum Kolosseum, einem der Neuen Sieben Weltwunder.

Wir haben uns einer Führung angeschlossen. Erstens, weil man so viel schneller hineinkommt und zweitens, weil man so viel mehr zur Geschichte des Bauwerks (und Roms) erfährt. Passt aber auf! Dort treiben sich viele schwarze Schafe herum, die euch überteuerte Tickets verkaufen wollen. Geöffnet ist täglich ab 8.30 Uhr, Eintrittskarten (ohne Führung) gibt es ab 16 €, mit Führung und als Kombinationsticket samt Forum Romanum wird es entsprechend teurer. Vom Eco Hotel benötigt ihr übrigens mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine gute halbe Stunde hierher.

Während ihr euch im Kolosseum an einem antiken Veranstaltungsort grausamer Spiele wie Gladiatorenkämpfen und Tierhatzen befindet, könnt ihr im Forum Romanum das älteste römische Forum besichtigen. Das Gebiet war einst Mittelpunkt des politischen, religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Hier befanden sich viele Denkmäler und wichtige Bauwerke.

Das Forum Romanum ist heute eine wichtige Ausgrabungsstätte.
Das Forum Romanum ist heute eine wichtige Ausgrabungsstätte.

Heutzutage ist das Forum Romanum eines der wichtigsten Ausgrabungsgelände für antike römische Funde. Schon ab 700 v. Chr. wurde hier am Fuße des Hügels Palatin gesiedelt. Seither wurde das Areal stetig aus- und umgebaut. Aber wir wollen euch gar nicht mit zu viel Theorie langweilen. Schaut euch einfach in Ruhe um! Wir haben uns bei unserem Aufenthalt nach dem Besuch des Kolosseums und dem Zutritt ins Forum Romanum von der Führung abgesetzt und alleine umgeschaut. Gruppenreisen sind definitiv nicht unser Ding! 😉

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Einst war das Forum Romanum das wirtschaftliche, politische, religiöse und kulturelle Zentrum des antiken Rom.
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Die Aussicht vom Hügel oberhalb des Forum Romanum reicht bis zur Kuppel des Petersdoms.

Trevi Brunnen

Nur etwa anderthalb Kilometer vom Kolosseum entfernt befindet sich der Trevi Brunnen. Mit 25 Meter Höhe und der doppelten Breite handelt es sich dabei um den größten Brunnen der Ewigen Stadt. Erbaut wurde er Mitte des 18. Jahrhunderts. Erst Ende 2015 wurde er nach einer umfangreichen Restaurierung wiedereröffnet, so dass wir uns glücklich schätzen konnten, ihn zu sehen. Allerdings war hier extrem viel los, so dass wir uns nach einem Foto und einem leckeren Eis gleich wieder auf die Socken machten.

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Der Trevi-Brunnen ist durchaus sehenswert.

Spanische Treppe

Das nächste Ziel war die Spanische Treppe, die nur ein paar hundert Meter entfernt liegt. Auch diese wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Urheber war Papst Innozenz der 13. Sie führt von der Kirche Santa Trinita dei Monti zur darunter liegenden Piazza di Spagna hinab. Dass es sich hier um einen beliebten Touristen-Treffpunkt handelt, ist auf dem folgenden Bild nicht zu übersehen.

 San Giovanni in Laterano

Die Lateranbasilika ist der offizielle Sitz der Päpste und die ranghöchste der vier Bischofskirchen Roms. Zunächst erbaute Marcus Aurelius im Jahr 161 hier einen Palast. Unter Kaiser Maxentius waren in dem Gebäude die Elitetruppen stationiert, bis Konstantin im Jahr 312 eine monumentale Basilika für die Christenheit anstelle der früheren Kaserne errichten ließ. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden in San Giovanni in Laterano die Päpste gekrönt, was heutzutage im Vatikan geschieht.

Die Lateranbasilika ist ein imposantes Bauwerk.
Die Lateranbasilika ist ein imposantes Bauwerk.

Wollt ihr die Basilika betreten, müsst ihr angemessene Kleidung tragen. Für Frauen ist der Zutritt mit schulterfreien Oberteilen und Hosen, welche die Knie nicht bedecken, verboten. Zudem wird hier wie am Flughafen mit Metalldetektoren peinlich genau kontrolliert, was ihr mit in das Gebäude nehmt. Weil Sara nicht züchtig genug angezogen war, musste ich allein hineingehen – und schaute mich daher auch nur im Schnelldurchlauf um. Die Pracht im Inneren ist gewaltig und aus meiner Sicht fast noch beeindruckender als der Petersdom. Geöffnet ist die Lateranbasilika von 7 bis 18.30 Uhr, der Kreuzgang von 9 bis 18 Uhr und das Museum von 10 bis 17.30 Uhr. Eintritt wird nicht erhoben. Das monumentale Kirchenbauwerk befindet sich übrigens rund anderthalb Kilometer südlich vom Kolosseum und drei Kilometer südlich von der Spanischen Treppe.

Ohne Audienz im Vatikan

Am zweiten Tag statteten wir dem Vatikan samt Petersdom und Engelsburg einen Besuch ab. Schon auf dem Petersplatz werdet ihr keinesfalls alleine sein. Dort tummeln sich tausende Menschen aus aller Herren Länder. Seid am besten früh da, um lange Warteschlangen zu vermeiden. Im Prinzip könnt ihr im kleinsten Staat der Welt mehrere Tage verbringen: die Vatikanischen Museen, die Sixtinische Kapelle, der Petersdom und die Engelsburg sind die wichtigsten Ziele.

Besuch im Petersdom

Der Petersdom fällt mit seiner markanten Kuppel schon von weitem auf.
Der Petersdom fällt mit seiner markanten Kuppel schon von weitem auf.

Wir haben uns zunächst im Petersdom umgeschaut. Der Zutritt ist kostenfrei, allerdings müsst ihr für den Aufstieg zur Kuppel zahlen. Wollt ihr zu Fuß hinauf, kostet das 8 €, mit dem Aufzug zahlt ihr 10 €. Seid euch bewusst, dass 320 Stufen zu meistern sind. Wir haben erlebt, dass korpulente und ältere Menschen mächtig ins Schwitzen kamen. Und in den engen Aufstiegen kann man nicht umkehren und nur sehr schwierig überholen. Auch mir verlangte das Ersteigen der Kuppel des Petersdoms einiges ab – was aber eher an meiner Höhenangst lag. Der Blick über Rom entschädigte mich aber definitiv für die Überwindung. Und ich hatte ja früher im Jahr bereits am Kjerag in Norwegen dafür geprobt.

Der Blick von der Kuppel des Petersdoms über den Vatikanstaat und Rom ist umwerfend.
Der Blick von der Kuppel des Petersdoms über den Vatikanstaat und Rom ist umwerfend.

Im Petersdom selbst werdet ihr aus dem Staunen kaum noch herauskommen. Die Pracht der Kunstwerke und Goldschätze wirkt erschlagend. Wir schwankten zwischen Staunen über die Größe Gottes, dem damit gehuldigt werden soll, und Ärger darüber, wie viel Gutes man der Menschheit tun könnte, wenn man all die Pracht veräußern würde. Sehr interessant fanden wir die Vatikanischen Grotten, in denen die Krypta mit 23 Papstgräbern beheimatet ist. Wir hätten nicht erwartet, dass man diese als Normalsterblicher betreten darf. Doch dies war kein Problem. Der Abstieg befindet sich unterhalb der Kuppel im vorderen rechten Teil des Petersdoms.

Die Engelsburg

Die Fliehburg der Päpste, das Castel Sant’Angelo, spielt eine wichtige Rolle in Dan Browns Buch „Illuminati“. Eigentlich war unser Plan, die von Hadrian im Jahr 139 erbaute Kastellburg zu besichtigen. Doch als wir vor Ort waren, beschlossen wir doch lieber essen zu gehen. Also machten wir nur schnell ein paar Bilder von der Engelsbrücke und den beeindruckenden Skulpturen, die dort wie Wachen stehen, und verschwanden in die Stadt.

Effzeh gegen RB Leipzig im römischen Pub geschaut

Während im Hauptraum des Pubs die Serie A lief, durften wir im Nebenzimmer den glorreichen Effzeh schauen.
Während im Hauptraum des Pubs die Serie A lief, durften wir im Nebenzimmer den glorreichen Effzeh schauen.

Eine ganz nette Randnotiz war, dass wir in einem englischen Pub inmitten der römischen Altstadt das Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Köln und RB Leipzig schauten – gemeinsam mit ein paar Studenten aus dem Rheinland und dem Westerwald. Die Welt ist doch klein…

Ins Viertel Trastevere schafften wir es in der Kürze der Zeit leider nicht mehr. Auch einige andere Sehenswürdigkeiten mussten wir streichen – was aber nicht allzu schlimm war. Wir sind einfach keine Typen für ausgedehnte Städtereisen. Drei Tage haben sich für unsere Bedürfnisse als perfekt herausgestellt. Danach zieht es uns eher in die Natur. So auch diesmal! Auch wenn Rom – neben San Francisco, Las Vegas und Dubrovnik und weit vor Paris – eine der schönsten Städte war, die wir bisher besucht haben, reichte es uns nun mit südländischer Hektik und Betriebsamkeit. Daher war es schön, am nächsten Morgen in die Toskana weiterziehen zu können. Hier kommen noch einige Fotos aus Rom:

Ein Kommentar zu „Zu Gast in der Ewigen Stadt

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