Mächtig was los in Arizona

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Der Horseshoe Bend ist tatsächlich noch einmal fotogener als der Grand Canyon. Man achte auf die Ameisen-artigen Menschen am linken Bildrand!

Am 14. Mai 2018 machten wir uns im Rahmen unserer USA-Südwest-Tour bei bestem Wetter erneut auf den einstündigen Weg von Williams ins Grand Canyon Village. Wir hatten uns am Vortag bei einer Park-Rangerin informiert, wo man ein Stück in den Canyon hinabsteigen kann. Allerdings war an diesem Montagmorgen unglaublich viel los und zu allem Überfluss gab es auch noch mehrere Baustellen, so dass einige Parkplätze gesperrt waren. Nach einer Schleife im Schneckentempo durch das komplette Village entschlossen wir uns dazu, aufzugeben. So ein Trubel ist ohnehin nicht unsere Sache!

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Der Mather Point bietet durchaus eine schöne Sicht in den Grand Canyon.

Das Siegerland ist in den USA bekannt

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Das Foto entstand am Eingang des Grand Canyon Village.

Somit ging es nach einem kurzen Halt am Mather Point, einem Aussichtspunkt direkt am Visitor Center, gen Osten. Das Ziel war, den Touristenmassen zu entgehen und ein stilles Fleckchen zu finden, an dem wir in Ruhe etwas wandern konnten. Entlang der Straße Richtung Ostausgang befinden sich noch weitere Aussichtspunkte, an denen man kurz anhalten kann. Das taten wir dann auch – und trafen ein nettes Pärchen aus dem Saarland, das schon am Vortag mit uns im Shuttle-Bus gesessen hatte. Wir unterhielten uns kurz, machten gegenseitig ein paar Fotos und stellten fest, dass die beiden sogar unser schönes Siegerland kennen. „In Kreuztal haben wir mal ein Auto gekauft. Da sind wir ewig lang durch Wälder gefahren“, wussten sie zu berichten. Ja, das kommt hin…

Auf gut Glück zum Shoshone Point

Danach steuerten wir auf gut Glück einen kleinen Parkplatz am Straßenrand an. Dort stand nur ein Auto, aber es führte ein schmaler Pfad in den Wald. Vielversprechend, dachten wir uns und schnürten Schusters Rappen. So gelangten wir durch ein völlig unberührtes Waldstück zum Shoshone Point, von wo man nochmals tolle Aussichten in den Grand Canyon hatte und ganz für sich alleine war.

Ein letzter Halt am Desert View Point

Bevor wir den Nationalpark endgültig verließen, stand noch ein letzter Stopp am Desert View Point an. Hier steht ein alter Wachturm und man sieht den Colorado River tief unten in der Schlucht deutlich besser als von den anderen Aussichtspunkten aus. Allerdings ist es hier extrem voll und – ohne rassistisch sein zu wollen – besonders die Horden von Chinesen waren doch etwas nervig.

Die beste Sicht auf den Colorado River, der für die Schaffung des Grand Canyon verantwortlich ist, hatten wir vom Desert View Point aus.
Die beste Sicht auf den Colorado River, der für die Schaffung des Grand Canyon verantwortlich ist, hatten wir vom Desert View Point aus.

Beeindruckendes Panorama am Horseshoe Bend

Die sollten uns allerdings noch etwas länger begleiten, zum Beispiel am Horseshoe Bend, unserem nächsten Ziel. Dabei handelt es sich um eine Schleife des Colorado River. Man kann sich das vorstellen wie die Saar- oder Moselschleife, nur größer, beeindruckender, tiefer und schöner. 😉 Vielleicht einfach mal als Maßstab auf die Ameisen-großen Menschen achten…

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Wir trafen kurz vor dem Sonnenuntergang am Horseshoe Bend ein, so dass wir ausreichend Zeit hatten, unsere Kamera zu positionieren und einzustellen.

Ankunft pünktlich zum Sonnenuntergang

Hier trafen wir – wie geplant – pünktlich zum Sonnenuntergang ein. Flugs das Stativ aufgebaut, die Kamera eingestellt und die letzte halbe Stunde abgewartet, bis das Licht passte. So nah an einer Abbruchkante, an der es senkrecht in den Canyon ging, verhielten sich auch die allermeisten Menschen vorsichtig und respektvoll. Vor allem, wenn Fotografen ihr Equipment aufgebaut hatten.  Nur die lieben Chinesen nicht. Denen war es auch egal, dass rund um die Location mehrere hundert Meter Platz sind, an denen sich die Schaulustigen verteilen konnten. Sie nahmen keine Rücksicht und stellten sich direkt vor uns (und andere) bzw. liefen uns seitlich ins Bild – auch wenn wir nur anderthalb Meter von der Kante entfernt waren und offensichtlich fotografieren wollten. Auch wurden wir mehrmals seitlich und von hinten angestoßen. Es ist ja nicht so, dass ein Sturz aus mehreren hundert Metern tödlich ist… Unfassbar! Gute Bilder sind aber dennoch rumgekommen. Der Horseshoe Bend ist sehr viel fotogener als der Grand Canyon, wie ich finde. Und überlebt haben wir offensichtlich auch.

In Page gibt’s kein Bier unter 40 Jahren

Völlig entnervt verließen wir schließlich das kleine Chinatown am Horseshoe Bend und fuhren ins nahe gelegene Page, wo wir bereits am Nachmittag eine Unterkunft im Motel 6 (93 $) bezogen und die Wäsche gewaschen hatten (12 $). Im Walmart wollten wir uns noch ein Bierchen holen, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Das gestaltete sich jedoch schwieriger als gedacht. Denn obwohl ich einen Ausweis dabei hatte und diesen auch zeigte, wurde uns kein Alkohol verkauft. Nach den restriktiven Bedingungen im Walmart wird Bier nämlich nur dann verkauft, wenn alle am Kauf beteiligten Personen per Ausweis nachweisen können, dass sie über 21 Jahre alt sind oder ersichtlich ist, dass alle Anwesenden über 40 Jahre alt sind. Also war es nix mit Bierchen bzw. fuhren wir in einen anderen nahe gelegenen Supermarkt und kauften dort ein. Hier trafen wir auch unsere Freunde aus dem Saarland ein drittes Mal wieder.

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Am Nachmittag dieses ereignisreichen Tages gab es in Page ein leckeres BBQ aus dem Smoker.

BBQ aus dem Riesen-Smoker

Nach einem leckeren Essen bei Big John’s Texas BBQ aus dem Riesen-Smoker (38 $) freuten wir uns dann auf eine ruhige Nacht. Aber da hatten wir die Rechnung erneut ohne unsere asiatischen Freunde gemacht. Bis 1 Uhr nachts krakelten sie auf den Gängen und in den Zimmern herum – und um 6 Uhr ging das Bohei schon wieder los! Ätzend, aber zum Glück hatten wir für den nächsten Tag ja eine Unterkunft mitten im Nirgendwo gebucht. Mehr Infos zu unserem USA-Roadtrip gibt es hier.

2 Kommentare zu „Mächtig was los in Arizona

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