Delfine hautnah im Golf von Mexiko

Warum geht das eigentlich immer so schnell? Wir waren gefühlt kaum angekommen – und schon stand die vorletzte Etappe der Reise auf dem Programm! Wir fuhren die Küste entlang (obwohl man so gut wie nie das Meer sah) nach Sanibel Island. Hier hatten wir uns für drei Nächte im Sanibel Inn (566 €) eingemietet, dem ältesten Hotel der Insel. Das hieß aber nicht, dass das Gebäude nicht mehr in Schuss gewesen wäre: Es war die beste Unterkunft unserer Reise – sowohl, was das Zimmer mit Wintergarten und Blick aufs Meer anging, als auch das Personal und die Unterhaltungsmöglichkeiten. Wir nutzten den Tennisplatz, den Waschsalon (6$), den Privatstrand und gingen im noblen Restaurant essen. Darüber hinaus gibt es eine Webcam, an der man sich mit „Daheimgebliebenen“ verabreden und ihnen zuwinken kann. Auch eine Muschel-Waschstation findet sich dort. Denn Sanibel ist die „Shelling“-Hauptstadt der Welt.

Bevor wir allerdings dort ankamen, legten wir einen Zwischenstopp in der Mall von Fort Myers ein. Es war Veterans Day, sodass wir mit einem total überlaufenen Shopping-Palast rechneten, doch dem war nicht so. Sara kaufte eine Jeans (20$), ansonsten fanden wir auf die Schnelle nicht viel. So aßen wir noch etwas Kreolisches (18,50 $) und nahmen das letzte Wegstück nach Sanibel in Angriff. Eigentlich war der Plan, für einen der nächsten Tage eine Tour mit dem Sanibel Thriller (100$) vorzubuchen. Dabei handelt es sich um ein 1000 PS starkes Speedboat, in dessen Bugwasser regelmäßig Delfine surfen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen! Und wir hatten unverschämtes Glück: Gerade sollte eine Zusatztour starten. Die Verantwortlichen erklärten, sie würden gerne noch einen Moment warten, bis wir unsere Sachen zusammengesucht hätten. Der Vorteil: Es waren statt der sonst üblichen 30 bis 40 Personen lediglich zwölf Leute an Bord. Also ergatterten wir einen Platz in der letzten Reihe – was natürlich optimal zum Fotografieren der Meeressäuger war. Im Laufe der Tour umrundeten wir die Inseln Sanibel und Captiva und beobachteten neben einer Delfinschule, die uns gleich zweimal minutenlang begleitete, auch den Kampf zwischen zwei Fischadlern und einem Seeadler. Leider spielte sich dieses Naturschauspiel recht weit weg ab und wir waren in Bewegung, sodass die Bilder nicht ganz scharf geworden sind… Trotzdem war die Tour überragend und wir können sie nur jedem ans Herz legen.

Danach ging es ins Hotel, wo wir von einem wunderschönen Sonnenuntergang begrüßt wurden. Um es noch kitschiger zu machen, sprangen just in diesem Moment mehrere Delfine im Schein der untergehenden Sonne in die Luft. Mehr geht wohl nicht! Wir genossen den Moment am Strand und besorgten uns anschließend noch Sandwiches bei Subway (21 $), die wir mit ein, zwei Bier in unserem Wintergarten hinunterspülten. Zusätzlich investierten wir 10 $ in Mückenspray – was gut angelegtes Geld war. Denn die No-See-Ums sind wirklich eine Plage, die uns nach großzügigem Auftragen von Schutzmittel erspart blieb.

Sanibel Inselrundfahrt
Kurios: Ein Nikolaus an einer Palme.

Am ersten vollen Tag in Sanibel wollten wir uns eigentlich nach einem guten Frühstück am Strand entspannen und uns in die Fluten stürzen. Daraus wurde allerdings nichts, denn die Red Tide war angekommen. Es roch ungesund und alle Menschen, die sich ans Meer wagten, husteten wie wild. Außerdem lagen aufgrund der Algenplage überall tote Fische herum. Also gaben wir nach einer Stunde auf und beschlossen, uns die Inseln anzuschauen. Leider konnten wir nicht bis ans Ende von Captiva fahren, da die Hälfte der Insel im Besitz eines Resorts ist. Mit dieser Begründung wurden wir jedenfalls nachdrücklich gebeten, umzukehren. Also steuerten wir das Mucky Duck an, ein Englischer Pub direkt am Strand. Dort aßen wir für 40 $ Fish & Chips und tranken eine kalte Cola.

So gestärkt, fuhren wir zum J.N. Ding Darling Wildlife Refuge (5$). Dort lebt eine Vielzahl an Vögeln, aber auch anderen Tieren. Es war landschaftlich wirklich schön! Zunächst verschafften wir uns im Visitor Center und auf dem Wildlife Drive einen Überblick. Zu sehen bekamen wir ein Krokodil (nein, kein Alligator – hier gibt’s beides), viele verschiedene Vögel und eine Giftschlange. Naja, zumindest den hinteren Teil einer Water Moccasin. Die hatte es sich auf der Straße gemütlich gemacht und eine herannahende Radfahrerin erschreckt. Doch sofort hielten zwei Autos mit unerschrockenen Amis drin. Diese stiegen aus und verscheuchten das hochgiftige Tier mit lässigen Handbewegungen. Man hat dort offenbar einen anderen Umgang mit solchen Tieren als bei uns, wo selbst die Begegnung mit einer harmlosen Ringelnatter für einen Herzkasper sorgt. Wie dem auch sei – leider kam ich einen winzigen Augenblick zu spät für ein Foto und sah die Schlange nur noch im Gebüsch am Wasserrand verschwinden. Als wir den Rundkurs mit dem Auto abgefahren hatten, beschlossen wir, auch noch ein wenig zu wandern, da der Strand ja tabu war. Doch obwohl uns nur zwei weitere Menschen begegneten, hatten wir kein Glück: Waschbär, Luchs und Alligator hatten sich offenbar in der Nachmittagshitze ins dichte Mangroven-Unterholz zurückgezogen und ließen sich nicht blicken. So gaben wir nach 2-3 Kilometern auf, drehten um und aßen lieber noch einen sehr leckeren Burger (35 $) in einem nahe gelegenen Imbiss.

Den letzten Sanibel-Tag verbrachten wir zunächst mit Lesen am Strand, ehe uns die Red Tide hustend von dort vertrieb. Zudem hatte ein leichter Nieselregen eingesetzt. Danach wuschen wir unsere Wäsche und spielten eine Runde Tennis – meine Premiere! Es machte erstaunlich viel Spaß und schreit nach einer Wiederholung. Schließlich kauften wir im Supermarkt ein (30 $) und vergammelten den weiteren Tag auf dem Zimmer mit Blick aufs Meer. Gegen Abend holten wir uns noch unseren kostenlosen Begrüßungs-Cocktail ab. Das hatten wir bislang aufgrund anderer Unternehmungen nie geschafft. Anschließend gönnten wir uns mal so richtig: Im hoteleigenen Restaurant „Traditions on the Beach“ gab es ein Drei-Gänge-Menü (120 $) vom Allerfeinsten – unter anderem mit einem Steak – sowie für mich einen Oban Single Malt Whisky. Eine so gut sortierte Karte muss man ja ausnutzen. Außerdem guckte der Kellner doch ziemlich überrascht ob meiner zielgerichteten Bestellung. So endete unser letzter Tag auf Sanibel Island.

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