Immer wieder Afrika!

Afrika ist Abenteuer – das erfuhren wir bei unseren beiden bisherigen Trips am eigenen Leib: In Kenia war unser Flughafen-Transfer nach Mombasa vergessen worden, was eine Fahrt mit einem zwielichtigen und irgendwie verwirrt-aufgeputscht wirkenden Fahrer zu Folge hatte, der seine vermeintliche Auftraggeberin gar nicht kannte. Und in Südafrika strandeten wir zu Beginn der Corona-Pandemie im März 2020. Glücklicherweise nur für einen Tag, denn die Lufthansa sorgte umgehend für Ersatz, sodass sich der Aufenthalt in Kapstadt unfreiwillig lediglich um 15 Stunden verlängerte. Da erwischte es andere bekanntermaßen deutlich übler.

Südafrika statt Namibia

Gerade für das Abenteuerliche, Unbekannte, Abwechslungsreiche, für all die tollen Kontraste, lieben wir den afrikanischen Kontinent bzw. das bisschen, was wir davon sehen durften. Deshalb zieht es uns auch jetzt wieder dorthin. Ursprünglich wollten wir nach Namibia. Doch das zerschlug sich kurzfristig, sodass wir auf eine zweite Südafrika-Tour umsattelten. Nachdem wir beim ersten Mal 16 Tage lang Kapstadt, die Garden Route und den Addo Elephant Nationalpark erkundeten, möchten wir diesmal abseits der ausgetretenen Touristenpfade unterwegs sein.

Abseits der ausgetretenen Pfade

Vom 22. Oktober bis zum 6. November 2021 – also im südafrikanischen Frühling – fahren wir quer durch das Land: Wir starten in Johannesburg und bewegen uns über die nördlichen Drakensberge und die Karoo Halbwüste in Richtung Westküste. An der Garden Route werden wir nur einen kurzen Zwischenstopp einlegen und einige Dinge nachholen, die wir beim ersten Mal nicht geschafft haben. Ein Schwerpunkt liegt auf der Tier-Beobachtung. Wir werden erstmals Private Game Reserves besuchen – und dabei u.a. auf den Spuren der afrikanischen Tiger wandeln. Was? Tiger in Afrika? Richtig! Es gibt nahe Phillipolis ein Artenschutzprojekt, welches wir uns näher anschauen möchten. Doch nun hinein in die Planung des Südafrika-Roadtrips 2021.

Die Route

  • Do, 21.10. Hinflug Frankfurt – Johannesburg
  • Fr, 22.10. Ankunft, Übernachtung in Heidelberg
  • Sa, 23.10. Drakensberge (Berghouse & Cottages, Royal Natal NP)
  • So, 24.10. Drakensberge (Berghouse & Cottages, Royal Natal NP)
  • Mo, 25.10. Golden Gate Highlands NP, Übernachtung in Bloemfontein
  • Di, 26.10. Tiger Canyon Game Reserve
  • Mi, 27.10. Mountain Zebra National Park
  • Do, 28.10. Mountain Zebra National Park mit Cheetah Tracking
  • Fr, 29.10. Mountain Zebra National Park
  • Sa, 30.10. Valley of Desolation, Brenton-on-Sea
  • So, 31.10. Brenton-on-Sea, Knysna, Keurboomstrand
  • Mo, 1.11. Goukamma, Buffels Bay, Oudtshoorn
  • Di, 2.11. Erdmännchen-Tour, Gondwana Game Reserve
  • Mi, 3.11. Gondwana Game Reserve
  • Do, 4.11. Langebaan-Lagune, Paternoster
  • Fr, 5.11. Paternoster
  • Sa, 6.11. Bloubergstrand, Rückflug ab Kapstadt
  • So, 7.11. Ankunft Frankfurt

Von Johannesburg nach Kapstadt – Detailplanung

Die eigentliche „Arbeit“ beginnt schon vor dem Abflug. Corona sei Dank müssen wir max. 72 Stunden vor Reisebeginn einen PCR-Test machen. Da die Test-Infrastruktur in unserer ländlichen Region zurückgebaut wird, bleibt uns nur, am Dienstag nach der Arbeit die anderthalb Stunden zum Flughafen in Frankfurt zu fahren und den Test beim Lufthansa-Partner Centogene durchzuführen. Nun gut, vielleicht kommt dabei ja schon so etwas wie Urlaubsstimmung auf – sofern das Ergebnis negativ ist…

Erster Stopp: Heidelberg

Am Donnerstag, 21. Oktober, geht es dann um 22:05 Uhr vom Frankfurter Flughafen los. Nach einem hoffentlich entspannten Nachtflug ist die Landung in Johannesburg am Samstagmorgen um 8:30 Uhr geplant. Lange haben wir überlegt, ob wir gleich zu Beginn der Reise mit einem Game Drive rund um Johannesburg starten oder in die Drakensberge fahren. Wir haben uns allerdings dafür entschieden, uns nicht zu viel zuzumuten und erst einmal anzukommen. Auch wenn es keinen Jetlag gibt, ist ein 12-Stunden-Flug ja nicht ohne! Also geht es nur ins 45 Minuten entfernte Heidelberg – genauer gesagt in die Heidelberg Kloof Lodge. Die Unterkunft liegt am Ortsrand, bietet einen Pool, idyllische Blicke in die umliegende Vegetation und die Chance, ein paar Springböcke am Wasserloch zu sehen. Außerdem sind eine Mall und zahlreiche Restaurants um die Ecke – perfekt, um alles Erforderliche für die Reise zu besorgen. Vor allem, weil in den kommenden Tagen Selbstverpflegung angesagt ist. Denn die Infrastruktur in den Drakensbergen soll nicht allzu gut sein.

Wandern in den Drakensbergen: Tugela Gorge

In aller Ruhe werden wir am Samstag, 23. Oktober, nach dem Frühstück aufbrechen und das 225 km entfernte Harrisburg ansteuern. Dort ist allerdings nur ein kurzer Stopp zum Mittagessen geplant. Von dort ist man in einer knappen Stunde in unserer nächsten Unterkunft, den Berghouse & Cottages bei Bergville/Langkloof. Wenn wir rechtzeitig dort ankommen, können wir in der Umgebung noch eine Runde wandern oder im Pool plantschen. Anderenfalls geht es auf die Veranda, um den Ausblick zu genießen und in einem Buch zu schmökern.

Tags darauf soll gewandert werden! Angedacht ist der ca. 30 Minuten entfernte Tugela Gorge Hike. Je nach Quelle soll er zwischen 14 und 22 km lang sein, evtl. auch abhängig davon, ob man eine Sektion mit Leitern am Fels erklimmt oder nicht. Benötigen soll man rund sechs Stunden für die Tour. Unterwegs erhascht man einen Blick auf den „Police Helmet“, eine recht bekannte Felsformation. Das Terrain soll recht flach sein und immer am Tugela Fluss entlangführen – mal durch Wald, mal durch die Schlucht, mal durch offenes Gelände. Die Chance steht gut, Paviane und Antilopen zu sehen. Wir sind schon gespannt, wie die Witterungsverhältnisse sind! Zwischen Schnee und 35 Grad ist vieles möglich – ebenso zwischen blauem Himmel und dichtem Nebel. Hoffentlich bleibt es uns nicht verwehrt, die Tugela Falls aus der Ferne zu sehen. Dies ist der zweithöchste Wasserfall der Welt. Auf Fotos sieht die Umgebung bisweilen aus, als sei sie dem Film „Jurassic Park“ entsprungen. Am Abend geht es – vermutlich ziemlich geschafft – zurück ins Berghouse & Cottages.

Golden Gate Highlands National Park

Am Montag, 25. Oktober, verabschieden wir uns vom Royal Natal Nationalpark und steuern die nördlichen Ausläufer der Drakensberge an. Im Golden Gate Highlands National Park wollen wir einen kurzen Spaziergang zum Brandwag Buttress unternehmen und den Oribi Loop fahren. Beides sollen landschaftliche Highlights sein. Die Fahrzeit dorthin beträgt etwa anderthalb Stunden (97 km). Gegen Mittag halten wir zum Essen in Clarens, das in einigen Quellen als schönste Kleinstadt Südafrikas bezeichnet wird. Mal sehen, ob wir uns dieser euphorischen Beschreibung anschließen können… Allzu lange werden wir allerdings keinesfalls verweilen, denn wir haben noch drei Stunden (286 km Strecke) vor uns, bis wir an der nächsten Unterkunft, der Stonehill Villa in Bloemfontein, ankommen.

Tiger Canyon Private Game Reserve

Nun nähern wir uns einem der absoluten Highlights der Reise: Am Dienstag, 26. Oktober, dürfen wir eine Nacht im Tiger Canyon verbringen. John Varty hat dort ein einzigartiges Artenschutzprojekt ins Leben gerufen. Auf dem 35.000 Hektar großen Areal streunen die einzigen frei lebenden Tiger außerhalb Asiens umher. Und sie scheinen sich wohlzufühlen, haben sie doch bereits Nachwuchs zur Welt gebracht. Die zweite „Attraktion“ neben den Tigern sind die Geparden. Natürlich gibt es auch zahlreiche weitere Arten, aber wer hierher kommt, tut dies in der Regel aufgrund der Raubkatzen. Es gibt nur drei Luxus-Zimmer – alle mit einem sagenhaften Blick über einen Canyon. Tagesbesucher sind normalerweise zugelassen. Doch aufgrund von Corona ist alles anders. Umso besser für uns, denn so haben wir das Gelände fast für uns. Wir freuen uns schon wie kleine Kinde auf unseren Aufenthalt, zu dem auch zwei Game Drives gehören werden – einer am Abend, einer am folgenden Morgen.

Mountain Zebra National Park: Geparden hautnah

Nach der letzten Safari im Tiger Canyon geht es am Mittwoch, 27. Oktober, ohne große Umwege auf die 278 km lange Fahrt zu einem uns bereits bekannten Ziel. Schon im vergangenen Jahr waren wir im Mountain Zebra Nationalpark – allerdings nur für eine Nacht. Genau das wurde uns zum Verhängnis, denn wir hatten ein „Cheetah Tracking“ gebucht, welches wir dank eines heftigen Unwetters nicht antreten konnten. Leider mussten wir damals weiter, weil wir bereits den Addo Elephant Park gebucht hatten. Aber weil man aus Fehlern lernt, haben wir diesmal gleich drei Nächte eingeplant. Ausreichend Puffer also, um die Wanderung zu den freilebenden Geparden zu unternehmen. Und ebenso viel Zeit, um das wunderschöne Cottage zu genießen und mehrere Game Drives zu unternehmen.

Valley of Desolation und Garden Route

Abschied nehmen von der Karoo Halbwüste heißt es am Samstag, 30. Oktober. Dann bewegen wir uns in Richtung Küste. Einen Zwischenstopp werden wir höchstwahrscheinlich einlegen. Denn das Valley of Desolation bei Graaff-Reinet haben wir zwar beim letzten Südafrika-Aufenthalt bereits besucht. Jedoch hatten wir auch hier Pech mit dem Wetter und die Felsen waren in tiefe Regenwolken gehüllt. Deshalb hoffen wir diesmal auf ein Wiedersehen im Sonnenschein! Anderthalb Stunden dauert die Fahrt von Cradock aus. Lange verweilen können wir nicht, denn vor uns liegen noch 334 km bis zur nächsten Unterkunft, dem Brenton Breakers in Brenton-on-Sea an der weltberühmten Garden Route. Das Hotel liegt malerisch auf einem Felsen direkt über dem Meer und vor den Toren von Knysna. Hier werden wir für zwei Übernachtungen verweilen, damit wir ein paar schwarze Flecken von unserer persönlichen Landkarte radieren können. Nachdem wir letztes Jahr den Tsitsikamma Nationalpark (Storms River), Wilderness und Plettenberg Bay besucht haben, möchten wir uns diesmal Knysna, Keurboomstrand, Goukamma und Buffels Bay anschauen.

Erdmännchen-Tour in Oudtshoorn

Zurück in die Karoo geht es am Montag, 1. November. Nach einigen kurzen Zwischenstopps am Indischen Ozean erreichen wir gegen Nachmittag die zauberhafte Riverside Guest Lodge. Es ist jammerschade, dass wir hier nicht länger bleiben können, denn nicht nur die Unterkunft – ein eigenes Cottage – wirkt wunderschön. Auch die Besitzer scheinen extrem freundlich und hilfsbereit zu sein: Direkt nach der Buchung erhielten wir umfangreiche Informationen, was man in der Gegend alles unternehmen kann. Wir haben uns dafür entschieden, am nächsten Morgen eine „Meerkat-Tour“ zu buchen. Hier besteht die Gelegenheit, morgens ab 5.30 Uhr einer Erdmännchen-Kolonie außerhalb der Stadt beim Aufwachen zuzuschauen und tolle Bilder zu schießen. Danach geht es zum Frühstück und Check-out zurück in die Lodge und schließlich weiter nach Mossel Bay. Genauer gesagt: Zum Gondwana Private Game Reserve.

Gondwana Game Reserve

Nur wenige Kilometer von der Garden Route entfernt befindet sich das private Safari-Ressort „Gondwana“. Von Mossel Bay aus sind es anderthalb Stunden bis hierher. Die Anlage bietet auf 11.000 Hektar die „Big 5“, wobei der Leopard eher ein unregelmäßiger und extrem schwer zu findender Gast ist. Aber Löwen, Elefanten, Nashörner und Büffel sind heimisch. Über zwei tägliche Safaris sowie drei Mahlzeiten hinaus erwartet die Gäste großer Luxus. Wir sind gespannt auf diese neue Erfahrung und werden uns gleich zwei Nächte gönnen. Besonders abenteuerlich ist, dass auf der Anlage keinerlei Zäune die Wanderungen der Tiere begrenzen. Deshalb lassen sich Antilopen, Zebras und Elefanten gelegentlich direkt bei den Villen blicken. Theoretisch könnte beim Entspannen auf der Veranda sogar löwischer Besuch vorbeischauen. Also: Stets Obacht walten lassen! 😉

Abschluss im West Coast National Park

Die letzte Station des Südafrika-Roadtrips führt uns zurück an die Küste. Allerdings nicht an den Indischen Ozean, sondern an den Atlantik. 474 km bzw. 5,5 Stunden beträgt die Fahrzeit dorthin. Viel Programm steht für den 4. und 5. November – die beiden letzten vollen Urlaubstage – nicht mehr an. Wir möchten uns den West Coast Nationalpark, die Langebaan Lagune mit den Flamingos und das kleine Örtchen Paternoster mit seinen weißen Häusern anschauen. Übernachten werden wir im direkt am Meer gelegenen Gonana Guesthouse. Laut Bildern und Bewertungen der ideale Ort, um die vielen Eindrücke der Südafrika-Reise zu verarbeiten und vor dem langen Rückflug ein wenig zu entspannen.

Rückflug von Kapstadt

Am Samstag, 6. November, ist der Zauber dann schon wieder fast vorbei! Da der Rückflug erst um 18:20 Uhr ansteht und wir bis dorthin nur rund zwei Stunden fahren, haben wir genug Zeit zum Frühstücken und für eine Stippvisite am Bloubergstrand mit Blick auf den Tafelberg sowie beim Blaawberg Nature Reserve. Die Ankunft in Frankfurt erfolgt planmäßig am Sonntag um 5:25 Uhr. Gut, dass wir den Montag noch frei haben, um wieder in Deutschland anzukommen…

Die Kosten

Wir haben mit folgenden Kosten kalkuliert:

  • Direktflüge mit Lufthansa: 1.534 € für zwei Personen
  • Hotels: 3.181 € (Kostentreiber sind die Private Game Reserves)
  • Mietwagen: 465 € für einen Ford Eco Drive (SUV mit höherem Bodenabstand, inkl. 76 € Einwegmiete JOB-CPT)
  • Sprit: 225 € (ca. 3.200 km)
  • Eintritt/Unternehmungen: 300 € (Cheetah-Tracking 55 €, Erdmännchen-Tour 80 €, Nationalparks 165 €)

In Summe kommen wir also bei rund 5.700 € zzgl. Verpflegung heraus. Hätten wir auf die privaten Luxusressorts Gondwana und Tiger Canyon verzichtet, die zusammen 2.167 € ausmachen, wäre es beträchtlich günstiger geworden. Aber wir glauben, dass uns gerade dort „Once-in-a-lifetime“-Momente erwarten. Deshalb waren wir entgegen unserer sonstigen Reisegewohnheiten mal etwas verschwenderischer.

Und jetzt – rund drei Wochen vor Reisebeginn – sind wir gespannt, ob unsere Planungen aufgehen und die Erwartungen erfüllt werden. Hoffentlich kehren wir mit einmaligen Erinnerungen und frischer Kraft für neue Aufgaben zurück. Denn dann steht u.a. ein Jobwechsel an…

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