Unterwegs im Big Cypress National Preserve

Nach einigen Tagen an Floridas Golfküste ging es nun zurück auf die Atlantikseite. Die letzten anderthalb Tage unseres zweiwöchigen Roadtrips durch den Sunshine-State standen bevor. Der Weg führt fast automatisch über den Tamiami Trail von Naples nach Miami. Wir jedenfalls würden dringend empfehlen, diesen Weg und nicht den nördlichen Interstate zu nehmen. Entgegen unseren Informationen vor der Reise wurde noch nicht einmal Eintritt fällig, um diesen Teil der Everglades bzw. das National Panther Wildlife Refuge zu besuchen.

Tamiami Trail (1)
Ein Graureiher in den Tiefen der Everglades.

Den ersten Zwischenstopp legten wir in Everglades City ein, wo wir tankten (20 $) und uns den Kopf zermarterten, ob wir eine Bootstour zu den 10.000 Islands, eine Airboat-Tour oder eine Tages-Kanutour in die Everglades machen wollten. Das Airboat schlossen wir aus, weil alle Touren offenbar an Alligator-Streicheln und sonstige nicht tierfreundliche Aktionen gebunden waren. So etwas wollen wir nicht unterstützen, auch wenn es an sich bestimmt cool ist, mit einem Propellerboot durch die endlose Graslandschaft zu heizen. Für die Kanutour, die wir extrem gern gemacht hätten, waren wir indes zeitlich zu knapp bemessen und außerdem zu spät dran. Das ist eine der wesentlichen Erkenntnisse: Beim nächsten Mal würden wir auf den südlichen Teil der Glades rund um Flamingo verzichten und stattdessen einen zweiten Tag rund um den Tamiami Trail einplanen. So aber blieb uns wenig anderes übrig, als weiterzufahren.

Am Straßenrand legten wir einige Stopps ein – und sahen Alligatoren ohne Ende! Besonders empfehlenswert ist die Loop Road, eine Umfahrung über Schotterwege. Hier war zu unserer Reisezeit fast nichts los. Entsprechend tierreich präsentierte sich dieser Teil der Everglades. Wir sahen sogar einen ganzen Haufen Baby-Alligatoren in freier Wildbahn. War das vielleicht die Belohnung dafür, dass wir auf eine Airboat-Tour verzichtet hatten?

An der Loop Road unternahmen wir außerdem einen Spaziergang auf einem schmalen Pfad, der beinahe zugewachsen war und tief in die Sümpfe führte. Hier fanden wir im tiefen Morast Spuren, bei denen wir uns fast sicher sind, dass sie zu einem Puma (=Florida Panther) gehören könnten. Schaut selbst – vielleicht kann es ja ein Experte auflösen?! Jedenfalls wurde es uns so allein auf weiter Flur und mit dem Wissen, dass hinter jedem Strauch ein Puma oder ein Bär, eine Giftschlange oder ein Alligator lauern könnte, etwas mulmig. Auch der Matsch wurde zunehmend tiefer, sodass wir bald umkehrten und weiterfuhren.

Miami Beach (1)
Blick vom Motel-Resort in Pompano Beach auf das benachbarte Hotel.

Letztlich verschätzten wir uns etwas, was Länge und Fahrdauer der Loop Road anging. Wir dachten, es dauert rund eine Stunde – am Ende war es aufgrund zahlreicher Zwischenstopps deutlich mehr. Zu allem Überfluss gerieten wir rund um Miami in den Feierabendverkehr. Daher verpassten wir die Check-in-Zeit im Hotel und konnten dort auch niemanden erreichen, um Bescheid zu geben. Das hatte besonders bei Boris tiefe Sorgenfalten zur Folge. Letztlich war es aber – wie von Sara prophezeit – kein Problem: Die Schlüssel und alle wichtigen Infos waren im Briefkasten hinterlegt – ein kostenloses Upgrade inklusive. Das Coral Tides Resort Pompano Beach (122 €) war ein wenig abgewohnt, liegt aber fantastisch direkt am Meer. Wir hatten von unserem Zimmer einen tollen Blick. Außerdem gab es zwei Schlafzimmer, zwei Bäder, eine Küche und ein Wohnzimmer. Mehr kann man nicht verlangen.

Nach der Ankunft gingen wir noch in ein Restaurant um die Ecke – obwohl wir den Schließmechanismus des Zimmers nicht rafften und somit den Raum samt allen Wertsachen unabgeschlossen verlassen mussten. Im Mora Grill gab es sehr leckere libanesische Speisen (72 $), serviert von einer sehr gut gelaunten Kellnerin. Auch die Jungs hinter der Bar waren sehr freundlich – klare Weiterempfehlung also! Am letzten Morgen zögerten wir den Check-out bis zum letzten Moment heraus. Wir gingen zum Schwimmen an den Strand. Das Wasser war herrlich warm, aber man sah rein gar nichts in der Nordsee-artigen Suppe. Wenn man weiß, dass sich gerade hier – nördlich von Miami – viele Haie tummeln, eine spannende Erfahrung. Aber wir überstanden es unbeschadet.

Gegen 11 Uhr brachen wir schließlich auf nach Miami Beach. Dort zahlten wir 4 $ für zwei Stunden parken und vertrieben uns die Zeit mit einem Spaziergang zum South Pier. Anschließend setzten wir uns im Park auf eine Bank und lasen ein Buch. Wir waren überrascht, wie wenig hier los war – wobei man den meisten Leuten (auch an ihren Handtaschenhunden und gebotoxten Gesichtern) ansah, dass sie vermögend waren.

Am Nachmittag wurde es dann langsam Zeit zum Aufbruch. Wir tankten das Auto voll (30 $) und gaben den Mietwagen am Flughafen ab. Der Kilometerstand lag bei exakt 16.000. Das muss uns auch erstmal jemand nachmachen. Natürlich hatten wir das nicht alleine geschafft, aber immerhin 3.940 km zurückgelegt. Da wir gut drei Stunden vor dem Abflug dort waren, aßen wir in aller Ruhe etwas bei Chilly’s (36 $), kauften zwei Nackenkissen (38 $) sowie Süßkram und Getränke (25 $) für die restlichen Dollar. Dann ging es nach ereignisreichen zwei Wochen zurück nach Hause.

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