Roadtrip durch West-Kanada

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Schon die Fahrt durch den Westen Kanadas ist ein Genuss: Die Landschaft, die in British Columbia und Alberta an euch vorbeirauscht, ist überaus facettenreich.

Es ist einer der Klassiker unter den Roadtrips – und das nicht ohne Grund! Schon seit Jahren wollen wir drei Wochen mit dem Mietwagen durch British Columbia und Alberta im Südwesten Kanadas cruisen. Leider hat es aus verschiedenen Gründen bisher nicht funktioniert. Sara war schon einmal dort, bevor wir uns kennengelernt haben und ist nach wie vor begeistert. Und inzwischen haben wir ja einiges von der Welt gesehen. Also ist der dringende Wunsch, diesen Roadtrip durch Kanada endlich in Angriff zu nehmen, mein ständiger Begleiter. Die Pläne sind gemacht, jetzt fehlt es nur noch am Urlaub zur rechten Zeit.

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Die beste Reisezeit

Was uns zum ersten wichtigen Punkt bringt: Wir würden die Reisezeit so wählen, dass wir im Herbst vor Ort sind. Dann herrscht der Indian Summer in Kanada und die Landschaften erleben einen wahrhaften Farbrausch. Sara war damals im Mai vor Ort und hat damit ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. Auch die Sommermonate von Juni bis August eignen sich natürlich von den Witterungsbedingungen her. Allerdings ist dann Hauptreisezeit, so dass viele Hotspots überlaufen sind. Somit erscheint uns der September als idealer Monat für diesen Trip.

Die Kosten

Kanada ist teuer! Insgesamt müsst ihr für einen dreiwöchigen Roadtrip laut unseren Berechnungen 5.825 € berappen. Flüge kosten – wenn ihr keinen wirklich megagünstigen Deal findet – rund 700 € pro Person. Hier empfiehlt es sich, auch einen Blick auf den Abflugort Amsterdam zu werfen. KLM hat teilweise sehr günstige Flüge im Angebot. Zudem könnt ihr schauen, ob sich als Zielort Calgary oder Edmonton anbieten. Nach unseren Recherchen sind diese Destinationen allerdings meist etwas teurer. Für die Unterkünfte müsst ihr 1.750 € rechnen, wenn ihr unseren Empfehlungen folgt. Der Mietwagen kostet 550 € und für den Sprit haben wir 400 € vorgesehen. Auch Eintritte und Unternehmungen schlagen ordentlich zu Buche, wenn ihr was erleben wollt: 725 €. Darin enthalten ist auch schon der Nationalpark-Pass, den ihr zu zweit für rund 90 € erhaltet. Für das Essen rechnen wir wie immer mit 50€/Tag, also weiteren 1.000 €. Damit liegt die Kanada-Rundreise rund 2.000 € über den Europa-Roadtrips. Dafür seht ihr aber auch einzigartige Landschaften und erlebt eine Weite, die es auf unserem Kontinent nicht gibt.

Die Route

kanada-karteFür unsere Verhältnisse ist die Route für den dreiwöchigen Roadtrip durch Kanada recht kurz: Nur rund 3.500 km müsst ihr zurücklegen. Zunächst hatten wir eine Rundreise inklusive Yukon geplant, haben uns aber dafür entschieden, diesmal mehr wandern zu gehen und uns andere Unternehmungen wie Tier-Erlebnisse und Kanufahren sowie eventuell Whale-Watching zu gönnen. Aber genug der Vorrede – hier ist unsere Strecke:

  1. Ankunft in Vancouver
  2. Sightseeing in der Stadt
  3. Vancouver Island (Cathedral Grove, Port Alberni)
  4. Vancouver Island (Chillen oder Victoria)
  5. Vancouver Island (Tofino, Long Beach)
  6. Fahrt zum Glacier Nationalpark
  7. Revelstoke und Glacier Nationalpark
  8. Raubtier-Erlebnis in Golden
  9. Yoho und Lake Louise
  10. Banff und Lake Minnewanka
  11. Schlittenhunde-Fahrt und Moraine Lake
  12. Bow Valley Parkway
  13. Icefields Parkway
  14. Rafting Athabasca River und Mount Edith Cavell
  15. Maligne Lake
  16. Jasper Nationalpark und Mount Robson
  17. Fahrt nach Whistler
  18. Whistler und Garibaldi Provincial Park
  19. Abflug nach Frankfurt

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Tag 1: Landung in Vancouver (17 km)

Die meisten Flüge scheinen um die Mittagszeit in Vancouver zu landen. Somit könnt ihr, nachdem ihr euren Mietwagen geholt und eingecheckt habt, noch gemütlich was essen gehen und einen kurzen Spaziergang ans Meer unternehmen – ganz ähnlich, wie wir es damals in San Francisco gemacht haben. Als Unterkunft haben wir uns das Carey Center ausgeguckt (89 €). Das Hotel ist nur 20 Minuten vom Flughafen entfernt und liegt direkt am Meer. Es kommt also direkt Urlaubsstimmung auf!

Tag 2: Sightseeing in Vancouver

Vancouver liegt direkt am Meer und hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Vancouver liegt direkt am Meer und hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Heute habt ihr einen ganzen Tag Zeit, euch in Vancouver umzuschauen. Das könnt ihr ganz entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln tun, denn die Infrastruktur ist in der kanadischen Metropole ausgezeichnet. Keinesfalls verpassen solltet ihr Gastown und den Stanley Park mit den Indianer-Totempfählen. Was ihr sonst noch in Vancouver unternehmen könnt, erfahrt ihr hier. Wenn ihr am Abend genug gesehen habt, geht es zurück ins Carey Center Hotel.

Tag 3: Vancouver Island (197 km)

Im MacMillan Provincial Park auf Vancouver Island stoßt ihr auf gigantische Mammutbäume.
Im MacMillan Provincial Park auf Vancouver Island stoßt ihr auf gigantische Mammutbäume.

Wenn ihr gegen 9 Uhr aufbrecht, solltet ihr um 13 Uhr an der Cathedral Grove auf Vancouver Island angekommen sein – inklusive der Überfahrt mit der Fähre. Vor Ort kommt ihr sicherlich aus dem Staunen kaum heraus, wenn ihr die gewaltigen Mammutbäume aus nächster Nähe bestaunt. Wir waren jedenfalls hin und weg, als wir im Yosemite Nationalpark in Kalifornien erstmals Riesenbäume gesehen haben. Nehmt euch dafür ruhig zwei Stunden Zeit. Auf der Fahrt zu eurer Unterkunft, einer Waldhütte in Errington, könnt ihr noch einen Zwischenstopp bei den Englishman Falls einlegen. Diese sind nur eine halbe Stunde von der Cathedral Grove entfernt. Tipp: Am Port Alberni Steg gehen Bären regelmäßig auf Lachsfang. Vielleicht habt ihr ja Glück und seht gleich am ersten Tag in Kanadas Wildnis einen Meister Petz! Von hier seid ihr nach einer 13-minütigen Autofahrt in eurer Waldhütte angekommen und könnt den Tag gemütlich ausklingen lassen. Für drei Tage zahlt ihr nur 193 €. Der Preis ist heiß, oder?

Tag 4: Chillen oder nach Victoria (300 km)

Heute bieten sich euch drei Möglichkeiten:

  • Entweder ihr seid noch geschafft von der langen Anreise und gebt euch ganz dem Reiz der einsamen Waldhütte hin. Spaziert ein wenig durch die Wildnis, haut euch mit einem guten Buch aufs Sofa, erkundet die Umgebung und genießt den Tag. Es ist ja schließlich Urlaub!
  • Oder ihr seid unternehmungslustig und macht euch auf den  Weg nach Victoria. Die Hauptstadt von British Columbia bietet unzählige Sehenswürdigkeiten und dient immer wieder als Filmset für große Hollywood-Produktionen. Warum, das seht ihr, wenn ihr euch auf den Weg macht. Euren Tag in Victoria könnt ihr sehr gut mithilfe dieser Seite planen. Die einfache Fahrstrecke von Errington aus beträgt übrigens 150 km.
  • Die dritte Variante ist eine Tagestour zur Salt Spring Island von Nanaimo aus. Im Süden treiben sich jede Menge Bären und Pumas umher. Auch sehenswerte Strände gibt es hier. Ansonsten trefft ihr auf der Insel seit der Hippie-Ära viele Künstler und Musiker.

Tag 5: Die wilden Strände von Tofino (345 km)

Der Long Beach ist einer der schönsten Strände Kanadas. Er liegt südlich von Tofino auf Vancouver Island.
Der Long Beach ist einer der schönsten Strände Kanadas. Er liegt südlich von Tofino auf Vancouver Island.

Egal, wie ihr euch gestern entschieden habt: Um diese Fahrt kommt ihr nicht herum! Denn nun geht es auf die andere Seite der Insel. Der Westen von Vancouver Island punktet mit wunderbaren Stränden, einsamen Dörfern und ganz viel Natur. Macht euch am besten zeitig auf den Weg nach Tofino. Für die 170 km braucht ihr an die drei Stunden. Daher die Empfehlung, um 9 Uhr spätestens loszufahren. Unterwegs könnt ihr eine kurze Wanderung zu einem alten Flugzeugwrack unternehmen – zumindest wenn euch das Fotografieren am Herzen liegt, ist das ein heißer Tipp! Der Canso Crash Trail ist ca 3 km lang und erfordert rund eine Stunde Fußmarsch durch vielfach schlammiges Terrain.

In dem Fischerdörfchen Tofino herrscht eine besonders entspannte Atmosphäre, was vielleicht an den vielen Surfern liegt, die es hierher zieht. Wenn ihr lange genug durch die Gassen geschlendert seid, solltet ihr euch auf den kurzen Weg zum Long Beach machen. Dies ist einer der bekanntesten und schönsten Strände in ganz Kanada. Je nach Lust und Laune könnt ihr auf dem Schooner Cove Trail zwei Kilometer durch den Regenwald zum Long Beach marschieren. Das wird euch kaum mehr als 30 Minuten kosten und ist den Aufwand durchaus wert.

Anschließend ist ein Abstecher zu den Wyapoint Lodges und dem angrenzenden Strand nicht nur für Fans der „Twilight“-Reihe ein Erlebnis. Denn hier wurden viele Szenen der Filme gedreht. Am Abend geht es schließlich zurück nach Errington. Insgesamt habt ihr so an diesem Tag 345 km zurückgelegt – mit einer reinen Fahrzeit von etwa fünf Stunden. Trotzdem solltet ihr genug Zeit gehabt haben, die Speicherkarte eurer Kamera zu füllen und die Natur in vollen Zügen zu genießen.

Tag 6: Fahrt zum Glacier Nationalpark (687 km)

Neun Stunden beträgt die Dauer der Fahrt von Errington nach Revelstoke an der Grenze zu den großen Nationalparks von British Columbia und Alberta laut Google Maps. Ein ambitioniertes Tagesziel, wenn man bedenkt, dass zwischenzeitlich auch noch eine Fähre erwischt werden muss. Doch lieber einen Tag richtig versauen als zwei Urlaubstage verschwenden, oder? Und nach eurer Ankunft entschädigt das wunderschöne (und bezahlbare) Three Valley Lake Chateau Hotel in Revelstoke (100 €) für die anstrengende Fahrt. 

Tag 7: Mount Revelstoke und Glacier Park (172 km)

Sagenhafte Landschaften bieten die Nationalparks in den kanadischen Rocky Mountains.
Sagenhafte Landschaften bieten die Nationalparks in den kanadischen Rocky Mountains.

Nach den gestrigen Strapazen steht heute ein Genusstag auf dem Programm. Die Reisedauer von Revelstoke zum Etappenziel Golden beträgt gerade einmal zwei Stunden. Entsprechend häufig könnt ihr unterwegs anhalten, staunen, spazieren und fotografieren. Die Natur im Mount Revelstoke Nationalpark und Glacier Nationalpark hat es wirklich in sich! Lasst euch einfach treiben, denn das ist es ja, was einen Roadtrip ausmacht. Cruist über den Meadows in the Sky Parkway und wandert ein Stück auf dem Hemlock Grove Trail oder Rockgarden Trail. Am Abend checkt ihr dann für zwei Nächte im Days Inn by Wyndham in Golden ein (64 € pro Nacht).

Tag 8: Raubtier-Erlebnis in Golden (55 km)

An diesem Tag kommt ihr Raubtieren ganz nah. Und wieder habt ihr die Qual der Wahl: Diesmal müsst ihr euch entscheiden, ob es Grizzlys oder Wölfe sein sollen – und wie viel Geld ihr investieren wollt.

  • Möglichkeit 1 wäre der Besuch des Grizzy Interpretative Center in Golden. Hierfür zahlt ihr 20 € pro Person und erhaltet jede Menge Informationen zu den gewaltigen Bären. Ähnliches haben wir bereits in Kroatien gemacht und waren hellauf begeistert.
  • Möglichkeit 2 bietet sich im Northern Lights Wolf Centre. Der Eintritt kostet 8 € pro Person. Dort könnt ihr noch eine fantastische Foto-Tour zubuchen und mit den Wölfen spazieren gehen. Das hat allerdings seinen Preis: 250 € müsst ihr hierfür investieren. Hier könnt ihr sogar für 110 € übernachten, wenn euch der Sinn danach steht. Buchbar ist das ebenfalls über die oben angegebene Homepage.

Egal, wie ihr euch entscheidet: Ihr werdet garantiert unvergessliche Erlebnisse mitnehmen. Falls euch nach etwas ganz anderem der Sinn steht, ist dies aber auch kein Problem. Golden hat einiges mehr zu bieten, beispielsweise eine Büffel-Ranch, Kanu-Touren und bezaubernde Landschaften.

Tag 9: Yoho und Lake Louise (197 km)

Heute geht es zunächst in den Yoho Nationalpark. Startet ganz früh, damit ihr nicht zu spät beim Lake Louise ankommt. Sonst könnte es Parkplatz-Probleme geben. Dennoch solltet ihr nicht einfach durch den wunderschönen Yoho Park hindurch fahren. Haltet unbedingt an der Natural Bridge und am sagenhaften Emerald Lake an. Auch toll: Der „Meeting of the Waters“-Aussichtspunkt. Hier treffen der Yoho River und der Kicking Horse River mit großem Getöse aufeinander.

Danach geht es weiter zum weltbekannten Lake Louise, wo ihr auf dem Little Behive Trail eine Runde wandern könnt. Den etwa 5 km langen Rundweg bewältigt ihr je nach Fitnesslevel in ein bis zwei Stunden. Natürlich solltet ihr euch auch die Zeit nehmen, das prächtige Fairmont Chateau in Augenschein zu nehmen. Seid euch aber bewusst, dass ihr hier definitiv nicht allein sein werdet! Wenn ihr euch satt gesehen habt, liegt noch rund eine Stunde Fahrt bis zu eurer Unterkunft in Canmore, dem Canadian Rockies Chalet, vor euch. Mietet euch hier gleich für drei Nächte ein (345 €). Bucht aber rechtzeitig, sonst sind die Unterkünfte im Banff Nationalpark doppelt so teuer oder bereits ausgebucht und ihr müsst lange Anfahrten in Kauf nehmen.

Tag 10: Banff und Lake Minnewanka (68 km)

Wasser und Berge - das sind allgegenwärtige Bestandteile von Kanadas Wildnis.
Wasser und Berge – das sind allgegenwärtige Bestandteile von Kanadas Wildnis.

Als erstes steht der Lake Minnewanka auf dem Tagesprogramm. Es sind 36 Min Anfahrt von Canmore aus. Versucht, um 9 Uhr dort zu sein. Dann habt ihr genug Zeit für einen entspannten Spaziergang am Morgen ohne die ganz großen Menschenmassen. Euer Mittagessen nehmt ihr am besten im 15 Minuten entfernten Banff ein. Schlendert danach ein wenig durch die Straßen der Ortschaft und schaut euch die Sehenswürdigkeiten an. Es lohnt sich! Danach könnt ihr beim Banff Canoe Club ein Kanu mieten und die überwältigende Landschaft paddelnd vom Wasser aus auf euch wirken lassen. Für zwei Stunden zahlt ihr 40 €, für drei Stunden 50 €. Anschließend geht es erneut zurück nach Canmore.

Tag 11: Schlittenhunde-Fahrt und Moraine Lake (190 km)

Ein weiteres einzigartiges Erlebnis wartet nun auf euch: Direkt in Canmore, in unmittelbarer Nähe zu eurem Hotel, befindet sich Snowy Oul Sled Dog Tours. Mit diesem Anbieter könnt ihr eine anderthalbstündige Schlittenhunde-Tour unternehmen. Kostenpunkt pro Person: 33 €. Los geht es täglich ab 9 Uhr. Wir würden die frühestmögliche Tour nehmen, damit ab mittags noch genug Zeit für das zweite Highlight des Tages bleibt: Die Wanderung auf dem Larch Valley & Sentinel Trail am Moraine Lake. An kaum einem anderen Ort seht ihr so viele der kanadischen Lärchen, die im Indian Summer gelb blühen und die Landschaft in einen unfassbaren Farbrausch versetzen. Fünf Stunden solltet ihr für die 10 km lange Wanderung einplanen – und anderthalb Stunden fahrt ihr bis zum Ausgangspunkt. Deshalb solltet ihr um 13 Uhr loswandern, damit ihr nicht von der Dunkelheit überrascht werdet. Je nach Jahreszeit dürft ihr übrigens nur in Gruppen auf den Weg, weil sich dort viele Bären herumtreiben. Nur, damit ihr wisst, warum ihr die Strapazen auf euch nehmen sollt: Bilder vom Moraine Lake gibt es hier zu sehen. Nach der Wanderung kehrt ihr mit müden Knochen ein letztes Mal zurück in das Canadian Rockies Chalet.

Tag 12: Bow Valley Parkway (236 km)

Auf dem Bow Valley Parkway stehen die Chancen für Bärensichtungen gut.
Auf dem Bow Valley Parkway stehen die Chancen für Bärensichtungen gut.

Man könnte ganze Reiseführer über diese Straße im Banff Nationalpark schreiben, an die sich der nicht minder schöne Icefields Parkay im Jasper Nationalpark anschließt. Also solltet ihr früh aufbrechen, damit ihr all die schönen Orte am Wegesrand in Ruhe abklappern und immer wieder für Fotos halten könnt. Übrigens treibt sich hier sehr viel Wild herum. So habt ihr die Möglichkeit, einzigartige Tieraufnahmen von Bären, Elchen oder Rehen zu machen. Den ersten Halt solltet ihr definitiv beim Johnston Canyon einlegen. Bis dahin braucht ihr circa 40 Minuten. Wandert in Ruhe durch den Canyon – und zwar die lange Route. Für die 7 km haben wir drei Stunden veranschlagt, damit genug Zeit zum Fotografieren bleibt. Anschließend geht es weiter zum Peyto Lake. In diesem Abschnitt gibt es dem Vernehmen nach besonders viele Bären. Also haltet die Augen offen und die Kamera bereit. Achtet aber bitte darauf, die Tiere nicht zu bedrängen. Das ist kein Zoo! Bis zum See fahrt ihr vom Canyon aus eine Stunde – wenn ihr nicht zwischendurch mehrfach anhaltet. Und das werdet ihr ganz sicher! Ihr habt aber auch dicke genug Zeit dafür, denn vom Peyto Lake bis zu eurer Unterkunft in Saskatchewan (The Crossing, 152 €) sind es nur noch anderthalb Stunden Fahrt. Also genießt den Tag am Bow Valley Parkway.

Tag 13: Über den Icefields Parkway nach Jasper (159 km)

Eine ähnliche Tagesplanung wie gestern sieht auch der heutige Tag vor: Früh raus aus den Federn und die nächste Prachtstraße in den kanadischen Rocky Mountains abfahren. Eure Unterkunft liegt nur 40 Minuten vom Columbia Icefield entfernt. Beherzigt ihr den Tipp des frühen Aufstehens, habt ihr eventuell ein menschenleeres Eisfeld vor euch. Andernfalls geht es hier oftmals zu wie auf dem Rummelplatz. Nehmt euch ruhig zwei Stunden Zeit, das gigantische Columbia Icefield zu erkunden. Anschließend setzt ihr eure Fahrt fort und gelangt nach einer Dreiviertelstunde zu den Sunwapta Falls. Dies ist offenbar einer der schönsten Fotospots in den gesamten Rockies. Wiederum 20 Minuten später kommt ihr zu den nicht minder schönen Athabasca Falls. Nach zahlreichen weiteren Stopps und kurzen Spaziergängen könnt ihr am Abend im Patricia Lakes Bungalow einchecken – am besten gleich für zwei Tage (246 €). Das Resort ist übrigens nur etwas mehr als eine halbe Stunde Fahrt von den Athabasca Falls entfernt. Ihr könnt euch also wirklich Zeit lassen!

Tag 14: Rafting in Athabasca und Wandern am Mount Edith (64 km)

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Motive wie aus dem Bilderbuch ergeben sich an jeder Ecke.

Action und Nervenkitzel schon am frühen Morgen? Klar! Gönnt euch eine Rafting-Tour am Athabasca River (buchbar bei CanUSA für 50 € pro Person für zwei Stunden). Der Startpunkt liegt nur zehn Minuten von eurer Unterkunft entfernt. Wem der Sinn nicht nach Wildwasser steht, der kann den Morgen auch damit verbringen, Jasper zu erkunden. Nachdem ihr euch am Mittag kurz trockengelegt habt, könnt ihr noch die fünfstündige Wanderung zur Mount Edith Cavell in Angriff nehmen. Dafür müsst ihr allerdings nochmals eine Dreiviertelstunde zum Ausgangspunkt fahren. Nach so viel Action werdet ihr heute Abend bestimmt gut schlafen.

Tag 15: Maligne Lake und Canyon (224 km)

Eines der bekanntesten Postkartenmotive der Rocky Mountains ist Spirit Island. Die kleine Insel liegt inmitten des Maligne Lake, der heute euer Ziel ist. Eine Stunde fahrt ihr bis dahin – und ihr solltet wirklich früh aufbrechen, um den Touristenströmen zu entgehen. Zur Spirit Island gelangt ihr mit dem Boot (Maligne Lake Tour, 1,5 Std., 48 € pro Person). Anschließend könnt ihr noch die Moose Lake Loop laufen. Auf diesem 2,5 km langen Rundweg begegnen euch mit hoher Wahrscheinlichkeit Elche. Am frühen Nachmittag brecht ihr auf zum Maligne Canyon, der auf dem Weg zu eurer nächsten Unterkunft liegt. Hier wandert ihr durch die Schlucht und bestaunt die gewaltigen Wasserfälle. Der Weg ist 5 km lang, sollte also in rund zwei Stunden zu schaffen sein. Danach steht euch noch eine anderthalbstündige Fahrt bis zum Valemount Mountain Retreat (237 € für zwei Nächte) bevor.

Tag 16: Lachswanderung und Mount Robson (74 km)

Wanderungen in den kanadischen Rockies sind ein Genuss.
Wanderungen in den kanadischen Rockies sind ein Genuss.

Nachdem ihr eure Unterkunft in den Westen des Jasper Nationalparks verlegt habt, könnt ihr dort auf die Suche nach Lachsen gehen. Im George Hicks Park ist im September Hochsaison, was die Lachswanderung angeht. Wie gut, dass das Wehr, an dem ihr dieses Spektakel am besten beobachten könnt, nur 2 km von eurer Unterkunft entfernt ist. Und wer weiß: Vielleicht sehr ihr sogar einen Braunbären beim Lachsfang?! Sobald ihr euch satt gesehen habt, brecht ihr auf zum Mount Robson Viewpoint. Der Mount Robson ist der höchste Berg Kanadas außerhalb des Yukon-Gebietes. Ihr fahrt nur etwas mehr als 20 Minuten dorthin, habt also alle Zeit der Welt, um nach Lust und Laune umherzustreifen, ehe es zurück ins Valemount Mountain Retreat geht.

Tag 17: Auf nach Whistler (618 km)

Heute steht mal wieder eine längere Fahrt auf dem Programm! Es geht in sieben Stunden nach Whistler. In der ehemaligen Olympia-Stadt könnt ihr euch am späten Nachmittag bis in die Abendstunden hinein umschauen. Es gibt einiges zu sehen. Steigt am besten im Village Inn & Suites (91 €) ab.

Tag 18: Garibaldi Provincial Park (131 km)

Am letzten Tag der Reise könnt ihr spontan schauen, wonach euch der Sinn steht: Wollt ihr den Wintersport-Ort Whistler weiter erkunden oder zieht es euch nochmal in die Berge? Sollte letzteres der Fall sein, empfehlen wir den Garibaldi Provincial Park. Am Nachmittag fahrt ihr am besten schon zurück nach Vancouver, denn morgen geht euer Flug. Zwei Stunden benötigt ihr dafür. Damit sich der Kreis schließt, könnt ihr erneut im Carey Center (89 €) absteigen. Dann habt ihr es auch nicht weit bis zum Flughafen.

Tag 19: Rückflug nach Frankfurt (18 km)

Heute endet die spannende Reise durch die kanadische Wildnis leider. Ihr werdet viel gesehen und erlebt haben in British Columbia und Alberta: tolle Strände, tiefe Wälder, die hohen Berge der Rocky Mountains, vereiste Gletscher, wilde Tiere und spannende Städte. Nachdem ihr ausgecheckt und den Mietwagen abgegeben habt, könnt ihr damit beginnen, in Erinnerungen zu schwelgen und die besten Punkte eurer Reise Revue passieren lassen.

Alternative Unternehmungen

Leicht ließe sich die Reise auf vier, fünf oder sechs Wochen ausdehnen. Zu sehen gibt es jedenfalls in Kanadas wildem Westen genug.
Leicht ließe sich die Reise auf vier, fünf oder sechs Wochen ausdehnen. Zu sehen gibt es jedenfalls in Kanadas wildem Westen genug.

Wir haben noch einige Dinge herausgesucht, mit denen sich die Reise verlängern ließe – oder die man alternativ tun könnte. Diese wollen wir euch nicht vorenthalten. Bei Bedarf könnt ihr die Reiseroute entsprechend anpassen. Wir haben die folgenden Punkte in der Reihenfolge eures Rundkurses angeordnet:

  • Im Grouse Mountain Bear Refuge könnt ihr etwa 30 Minuten nördlich von Vancouver für 26 € pro Person ein „Breakfast with the Bears“ genießen.
  • Auf Vancouver Island bestehen exzellente Möglichkeiten für Whale Watching. Besonders spannend wäre es für uns, Killerwale in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Die beste Chance dazu habt ihr in der Telegraph Cove im Norden der Insel. Der Weg dahin ist allerdings weit und würde eine Übernachtung vor Ort erfordern. Ihr zahlt Preise ab 79 € pro Person. Alternativ sollen auch bei einer Whale-Watching-Tour ab Victoria die Chancen auf Orka-Sichtungen nicht schlecht stehen.
  • In der Gegend rund um Lytton, Yale und Hope (hier wurde übrigens Rambo gedreht) könnt ihr am Fraser River Gold waschen. Hier kommt ihr auf dem Weg von Vancouver nach Revelstoke vorbei.
  • Sehenswert soll auch der Raddampfer S.S. Movie in Kaslo sein. Das liegt etwa drei Stunden südlich von Revelstoke.
  • Eine Wüste mitten in Kanada findet ihr im Dinosaur Provincial Park etwa drei bis vier Stunden östlich von Banff.
  • Im Banff Nationalpark könnt ihr eine 8,8 km lange Wanderung zu den Bow Glacier Falls unternehmen. Der aussichtsreiche Weg soll laut outdooractive.com auch für Anfänger sehr gut geeignet sein. Drei Stunden werden veranschlagt.
  • Wer sich unter die Erde wagen möchte, hat dazu bei den Canmore Cave Tours die Gelegenheit. Kostenpunkt: 76 € pro Person.
  • Nahe dem Startpunkt der Mount Edith Cavell Wanderung bestehen glänzende Möglichkeiten für Bärensichtungen. Dafür solltet ihr die Valley of the Five Lakes Wanderung unternehmen (4,5 km, zwei Stunden).
  • Den Goldrausch kann man natürlich am besten im Yukon nacherleben. Aber auch in British Columbia gibt es einen Ort, in dem vieles an die Vergangenheit erinnert, als Heerscharen an Glücksrittern über Kanada herfielen – und zwar in Baskerville, das sechs Stunden westlich von Jasper liegt.

Mit Yukon

Ebenfalls eine der schönsten Ecken Kanadas ist das Yukon Territory. Aber man kann leider nicht alles in nur drei Wochen schaffen.
Ebenfalls eine der schönsten Ecken Kanadas ist das Yukon Territory. Aber man kann leider nicht alles in nur drei Wochen schaffen.

Ursprünglich hatten wir geplant, auch den Yukon in unsere Rundreise zu integrieren. Allerdings ist es nahezu unmöglich, in drei Wochen bis dort hinauf zu fahren und wieder zurück. Dann müsste man zu viele Kompromisse eingehen und zu viele reine Fahrtage einlegen. Und die Einwegmieten von Vancouver nach Whitehorse kann sich kein normaler Mensch leisten. Also überlegten wir, zunächst ins Yukon Territory zu fliegen (Direktflug für ca. 500 € pro Person), dort eine Woche zu verbringen und anschließend weiter nach Vancouver zu fliegen (ca. 150 € pro Person). Allerdings wäre auch das sehr stressig geworden – und teuer. Rund 3.000 € hätte alleine die Woche im Yukon gekostet (650 € Hotels, 400 € Mietwagen, dazu die Flüge, Essen, Unternehmungen, Sprit usw.).

Dennoch wollen wir euch in aller Kürze vorstellen, was wir dort oben unternommen hätten:

  1. Ankunft Whitehorse, einchecken im Hidden Valley B&B (für zwei Tage 204 €)
  2. Yukon Wildlife Preserve (10 € p.P.), Miles Canyon Trail, S.S. Klondike Raddampfer, MacBride Goldrausch Museum (6,50 € p.P.)
  3. Grey Mountain Summit Trail (5,3 km), Emerald Lake, Carcross Desert (die kleinste Wüste der Welt), Westernstadt Carcross, einchecken im Wheatonriver Wilderness Retreat (für zwei Tage 168 €)
  4. Wandern am Fluss und in den Bergen rund um die Cabins
  5. Dreistündige Schlittenhunde-Tour bei Muktuk (69 € p.P.), anschließend die Gegend erkunden und bei Muktuk übernachten (80 €)
  6. Fahrt nach Haines Junction, dort die Kluane Eishöhle erkunden (7 km Wanderung) und einchecken im Parkside Inn (102 €)
  7. Wandern im Kluane Nationalpark (z.B. Dezadeash River Trail, 5 km), danach Rückfahrt nach Whitehorse mit Übernachtung im Stratford Motel (84 €)
  8. Flug nach Vancouver

Danach hätte man knapp zwei Wochen Zeit, um BC und Alberta zu erkunden. Somit wären wir wohl nicht nach Vancouver Island gefahren, hätten im Banff und Jasper Nationalpark je einen Tag gekürzt und auch Whistler nur als Durchreise-Station genutzt. Auch der Sighsteeing-Tag in Vancouver wäre weggefallen. Daher haben wir beschlossen, auf den Yukon zu verzichten, bzw. diesen später einmal in einem eigenen Roadtrip zu erkunden, wenn es sich ergibt. Dann könnte man auch deutlich weiter in den Norden fahren – beispielsweise bis ins Zentrum des Goldrauschs (Dawson City) und in den Tombstone Nationalpark oder rüber nach Alaska. Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich…

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